Fragen & Antworten

Regional funktioniert bei einzelnen Produkten schon jetzt dort recht gut, wo ein landwirtschaftlicher Betrieb mit einem Laden in der näheren Umgebung kooperiert, einen Stand auf dem Wochenmarkt hat oder einen eigenen Hofladen mit guter Verkehrsanbindung/ im Ballungsgebiet betreibt. Diese Möglichkeit haben jedoch nicht alle Höfe, zudem wird über diese Formen der Direktvermarktung selten mehr als maximal 50% der Gesamtproduktion des Hofes verkauft. Um eine flächendeckende vielfältige Produktion und eine konsequente Regionalisierung der Bio-Lebensmittel-Produktion zu verwirklichen braucht es wieder mehr Verarbeitungs- und Verteilstrukturen mittlerer Größe. Die Öko-Marktgemeinschaft hat genau diese Aufgabe angepackt. Als Start-up-Unternehmen stehen wir jedoch noch ganz am Anfang, konkurrieren aber schon jetzt mit den hocheffizienten Strukturen der Discounter bzw. mit bundesweit aggierenden Großhändlern, die an dieser mühevollen Kleinarbeit kein Interesse zeigen, weil es keinen Gewinn verspricht. Im Kontext der steigenden Verkaufszahlen von Bioprodukten im klassischen Lebensmittelhandel verschärft sich der Wettbewerb zusätzlich. Unter diesen Rahmenbedingungen ist es zunehmend unmöglich die deutlich höheren Kosten einer konsequenten Regionalisierung von Bioproduktion und Handel im Rahmen üblicher Kalkulationen auf den Preis umzulegen. Der Weg zurück zu einer vielfältigeren Landwirtschaft und flächendeckend regionalen Lebensmittel-Handelsstrukturen ist weit und daher nur mit Solidarität zu meistern.
Die Kostendeckung ganz ohne Fördergelder sehen wir frühestens in 8-10 Jahren. Wir gehen jedoch davon aus, dass schon in 4-5 Jahren der absolute Förderbedarf schrittweise sinkt, wenn es gelingt den Umsatz deutlich zu steigern, was wir für möglich und wahrscheinlich halten.
Letzlich ist eine klare Prognose nicht möglich, weil wir nicht mit finanziellen Renditen werden können. Es ist schwer abzuschätzen, ob es uns mit unseren bescheidenen Mitteln gelingt genügend Menschen von unseren Zielen zu überzeugen. Wir betreten mit der Idee einer solidarischen Lebensmittel-Handelsstruktur absolutes Neuland. Über die vielen Läden, Gastronomen, Kitas, Erzeuger und Verarbeiter, mit welchen wir bereits seit Jahren zusammenarbeiten können wir bis zu 50.000 Menschen erreichen. Wenn nur 2% mitmachen werden wir es schaffen.
Es ist richtig, dass grade im klassischen Lebensmittelhandel schon seit 2-3 Jahren viel im Bereich Regionalität getan wird und besonders auch damit geworben wird. Das wird auch so bleiben. Unsere Vorstellungen von regionalität gehen jedoch weit über das hinaus, was dort zu finden ist. Uns geht es um deutlich mehr Vielfalt und Kontinuität im regionalen Angebot, auch bei verarbeiteten Produkten. Beispielsweise gibt es im Raum Saar-Pfalz-Hunsrück keinen einzigen Kartoffelschälbetrieb mehr, keinen größeren Hersteller von Bio-Nudeln oder Bio-Marmeladen, Schlachtbetriebe noch drei oder vier. Genau wie die Landwirtschaft sind auch Verarbeitung extrem einseitig und industriell spezialisiert geworden. So ist es den Handelskonzernen gelungen mit billigen Produkten hohe Renditen zu erzielen. Die Folgen sind eine einseitige, zentralisierte Landwirtschaft, ausgeblutete ländliche Räume, ausgebeutete Fremdarbeiter. Die Zukunft, wie wir sie Mitgestalten möchten folgt eher dem Begriff einer mittleren Technologie bei der die umfassende Wirkung eines Produktions- und Handelsprozesses betrachtet wird und bewusst auf die maximal mögliche individuelle Effizienz und Rendite zugunsten allgmeiner Güter wie Umwelt, Ressourcen, sinnerfüllter Arbeitsplätze und Klimaschutz verzichtet wird. Weg vom Massenkonsum hin zum nachhaltigen Konsum von hochwertigen und langlebigen Gütern und vielfältigen, gesunden und die Natur schonenden Lebensmitteln. Eine solche Produktion und Verarbeitung kann nur entstehen, wo völlige Transparenz in finanziellen Fragen herrscht, wo Erzeuger, Verbraucher und Händler gemeinsam am übergeordneten Ziel arbeiten. Unsere Wirtschaft folgt derzeit dem Prinzip jeder gegen jeden. Der Skrupelloseste gewinnt und kann höchstens vom Staat zur Rechenschaft gezogen werden, was dieser nur ungern tut, weil er damit allzu häufig den Ast absägen würde, auf dem er sitzt. Nachhaltiges Wirtschaften ist zwar in aller Munde, wird aber ohne die Abkehr von alten Denk- und Handlungsmuster nicht gelingen. Deshalb möchten wir mit Ihnen eine ganz neue eigenständige, regional begrenzte Lebensmittel-Produktion und -Verteilung organisieren.

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