Ein Jahr geht zu Ende (Kundenbrief)

Sehr geehrte Einzelhändler und Lieferanten, sehr geehrte Gesellschafter,

 

ein Jahr geht zu Ende. Üblicherweise ein guter Anlass, um Bilanz zu ziehen. Auch ich möchte das tun und in einigen Sätzen die Entwicklung unseres Regional-Großhandels skizzieren. Zunächst möchte ich mich jedoch bedanken für ein Jahr konstruktiver, guter Zusammenarbeit. So konnten wir unser Ziel, mehr regionale Produkte im Fachhandel unterzubringen, mit einem Umsatzplus von ca. 12 % erneut voranbringen.

Das für die Landwirtschaft zweite sehr schwierige Jahr in Folge war geprägt sowohl von extremer Nässe im Frühsommer als auch durch die Trockenheit im August, September und Oktober. Während der größte Teil unserer Gemüsebaubetriebe durch Beregnungsmöglichkeiten Trockenheit ganz gut verkraften, haben die extremen Niederschläge praktisch allen Betrieben zugesetzt. Pilzkrankheiten nahmen überhand und ganze Kulturen sind regelrecht ersoffen. Zudem war nach den Niederschlägen der Boden derart verdichtet, dass gepflanzte Kulturen unter Luftmangel im Boden litten und sich nicht wie gewohnt entwickeln konnten. Besonders betroffen waren frühe Kulturen, hier vor allem Salat, aber auch Lagerkohl, Kartoffeln, Kürbis, Sellerie und Blumenkohl. Das insgesamt hohe Preisniveau für regional erzeugte Produkte ist unmittelbar durch diese Situation bedingt und hilft uns und den besonders betroffenen Betrieben, einen Teil der Umsatzverluste abzufangen.

Das Jahr 2016 war aber auch politisch wie wirtschaftlich von Entwicklungen geprägt, auf die es zu reagieren gilt. Hier sehe ich vor allem den anhaltenden Willen fast aller politischen Parteien, den ökologischen Landbau als feste Größe in der landwirtschaftlichen Entwicklung zu fördern. Zudem bieten praktisch alle Lebensmittelketten inzwischen Bioprodukte an, wenn auch noch kaum mit den Verbandslogos.

Diesem sich immer stärker verändernden Umfeld im Biohandel  müssen wir uns stellen. Die Zeit, in der Biobauern Exoten waren und Naturkostfachgeschäfte mit den angebotenen Bioprodukten ein Alleinstellungsmerkmal hatten, ist vorbei, die Zeit der Biopioniere Geschichte. Jetzt gilt es, sich neuen Herausforderungen zu stellen und den Biofachhandel mit geschärften Profilen für unsere Kunden ausreichend attraktiv zu halten. Als Öko-Marktgemeinschaft haben wir uns genau diesem Ziel verschrieben. Mit Produkten aus kleineren und mittleren Betrieben möchten wir ein Sortiment anbieten, das für die gigantischen Logistikstrukturen der großen Lebensmittelketten uninteressant ist, aber garantiert eher den Verbraucherwünschen und Vorstellungen vom Biohof entspricht. Dass hier noch viele Probleme gelöst werden müssen, möchte ich nicht verschweigen. Hier muss erst noch etwas zusammenwachsen, was sich die letzten 20 Jahre eher auseinanderdividiert hat. Beide Seiten – Einzelhandel wie Landwirtschaft – müssen nochmal ganz neu aufeinander zugehen, um besser zu verstehen und voneinander zu lernen. Das ist unsere gemeinsame Chance. Überlassen wir den Lebensmittelmarkt nicht allein den Giganten der Branche. Biolandbau lebt von der Vielfalt und nicht von Monostrukturen. Wir brauchen den dezentralen Absatz. Der ambitionierte Biolandbau braucht den Fachhandel. Haben wir gemeinsam den Mut und profilieren wir uns unter anderem auch mit unkonventionellen Produkten von Höfen, die jeder bei einem Sonntagsausflug aufsuchen kann.

Zum Schluss möchte ich nochmal auf unsere Erstausstattung an Werbemitteln hinweisen. Sie stehen allen Betrieben, die konsequent zweimal wöchentlich bestellen, kostenlos zur Verfügung. Bitte melden Sie sich/Ihr Euch bei uns, wenn Sie/Ihr Interesse hab(t)en.

Ein frohes Weihnachtsfest und ein gutes Jahr 2017 wünschen Ihnen/Euch

Kornelius  Burgdörfer-Bensel  

und das ganze Team der Öko-Marktgemeinschaft

 

PS:

In der 52. Woche, zwischen Weihnachten und Neujahr liefern wir keine regionalen Produkte. Der enorme Aufwand an Umstrukturierungen in der Logistik, den diese besondere Woche auslösen würde, steht erfahrungsgemäß in keinem Verhältnis zum Umsatz. Wir bitten für diese kleine Lieferpause um Verständnis.

Speditionsaufträge von Rinklin, und der Bliesgau-Molkerei werden ausgeführt. Kunden, die dies betrifft, bitten wir, Rücksprache mit uns zu halten.

 

 

 

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